AGM Glory G1S im Test: Outdoor-Handy mit Nachtsicht, Wärmebildkamera und Laserpointer

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AGM GLORY G1S

04. September 2022 um 08:30 Uhr

Das AGM Glory G1S hebt sich mit Laserpointer, Wärmebild- und Nachtsichtkamera von anderen Outdoor-Handys ab. Im Test entdecken wir noch weitere Besonderheiten.

AGM Glory G1S im Test

AGM Glory G1S Redaktionswertung 6,8 Leserwertung

Noch keine Bewertungen

Design und Verarbeitung

7,0

Ausstattung und Bedienung

7,0

Kamera und Multimedia

4,0

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Eher für Ingenieure als für Abenteurer

Das AGM Glory G1S ist weniger ein Outdoor-Handy für Extremsportler und Abenteurer, sondern mehr ein robustes Arbeitsgerät für Ingenieure. Gut gefällt uns wie leicht sich Wärmebild- und IR-Kamera bedienen lassen. Die nicht immer gelungene Lokalisierung trübt ein wenig den Gesamteindruck, ebenso die unklare Update-Politik und die eher schwache Hauptkamera.

Das hat uns gefallen

  • 5G
  • Wärmebild- und Infrarotkamera
  • Laserpointer
  • Speicher erweiterbar

Das hat uns nicht gefallen

  • schwache Lokalisierung
  • unklare Update-Politik
  • schwache Hauptkamera

Die Firma AGM vertreibt seit 2011 Outdoor-Handys mit Android in Europa. Für das neueste Werk namens AGM Glory G1S ruft das Unternehmen im hauseigenen Store sowie bei Amazon weiter über 700 Euro auf und übertrumpft damit preislich sogar Branchenprimus CAT mit seinem CAT S62 Pro. Ist der Preis gerechtfertigt?

So fühlt sich das AGM Glory G1S in der Hand an

Für euer Geld erhaltet ihr ein massives Produkt. Das AGM Glory G1S erstrahlt in Schwarz-Gelb und ist selbst für ein Outdoor-Handy ein echter “Brummer”. 172,8 x 82,8 x 14,8 Millimeter misst es, zählt man die hervorstehende Kamerainsel hinzu sind es gar 18,4 Millimeter.

Damit ist es rund 12 Millimeter länger, 4 Millimeter breiter und fast doppelt so dick wie das iPhone 13 Pro Max. Mit den von uns gemessenen 317 Gramm ist es auch noch rund 100 Gramm schwerer als dieses. Die Bedienung mit einer Hand ist daher nicht möglich, der Transport in der Hosentasche auf die Dauer eher unangenehm. Glücklicherweise besitzt das Handy eine Schlaufenhalterung.

Verantwortlich für das hohe Gewicht und die ausufernden Abmessungen ist natürlich der Schutzpanzer des Handys, der aus speziellem Kunststoff besteht. Ihr könnt euch das AGM Glory G1S wie ein Handy mit fest angebrachter Otterbox vorstellen.

Das AGM Glory G1S kommt mit Wärmebild- und Nachtsichtkamera.
Das AGM Glory G1S kommt mit Wärmebild- und Nachtsichtkamera. (Quelle: Netzwelt)

Die massive Verarbeitung soll das Glory G1S möglichst unempfindlich gegen allerlei Umwelteinflüsse machen. Stürze aus 1,5 Metern Höhe sollen gemäß MIL-STD-810H kein Problem sein. Nach IP68 ist das AGM-Handy auch staub- und wasserdicht. Werte, die wir von Outdoor-Handys kennen und auch immer mehr “normale” Smartphones aufweisen.

Eine Besonderheit ist hingegen die Angabe “IP69K”. Das ist eine besonders hohe Schutzklasse für elektronische Geräte. Demnach ist das Glory G1S auch unter anderem gegen hohen Druck, und Temperaturen geschützt und kann somit in industriellen Umgebungen verwendet werden.

Laserpointer Klasse 2 an Bord

Hier ist auch eher der Einsatzzweck des Outdoor-Handys zu sehen. Denn der hohe Preis kommt nicht allein durch die robuste Verarbeitung zustande, sondern durch zusätzliche Features, die das Glory G1S mitbringt und die man nur selten in anderen Smartphones findet: So weist das Handy eine Wärmebild- und Infrarotkamera sowie einen Laserpointer der Klasse 2 auf.

Auch einen Laserpointer hat das Handy zu bieten.
Auch einen Laserpointer hat das Handy zu bieten. (Quelle: Netzwelt)

Letzterer befindet sich am oberen Rand des Handys und kann über einen Button in der Benachrichtungsleiste oder über die Schnellstart-Taste am linken Rand aktiviert werden. Damit lasen sich nicht nur Haustiere ärgern, sondern ihr könnt aus einer Entfernung von rund sechs Metern auch auf Dinge zeigen oder bestimmte Aspekte in einer Präsentation hervorheben.

Wärmebild- und Infrarotkamera

Mit der verbauten Wärmebildkamera könnt ihr aus einer Entfernung von bis zu 5 Metern die Temperatur von Objekten messen. Erfasst werden je nach Betriebsmodus laut Hersteller Temperaturen von -20 bis 550 Grad Celsius. Ihr könnt die Messungen sowohl als Video als auch als Foto festhalten. Fotos lassen sich später noch analysieren. So könnt ihr beispielsweise die Temperatur an einem bestimmten Bildpunkt ermitteln.

Nachfolgend seht ihr die Kamera in Aktion. Wir messen damit die Temperatur eines Wasserkochers.

Die Kamera kann vor allem im Winter hilfreich sein, denn mit ihr könnt ihr beispielsweise euer Gebäude auf Wärmelecks untersuchen. Auch lässt sich damit ermitteln, wo Wasserleitungen im Wand und Boden verlaufen. Die Wärmebildkamera startet ihr übrigens über eine eigene App. Ein Nutzerkonto ist für diese nicht erforderlich.

Die ebenfalls verbaute Infrarotkamera lässt sich dagegen über die reguläre Kamera-App aufrufen. Die Kamera wird auch als “Nachtsichtkamera” bezeichnet. Denn sie ermöglicht es euch selbst bei totaler Dunkelheit noch etwas zu sehen. Praktisch, wenn die Sicherung raus ist und ihr im dunklen Keller nach dem Kasten sucht oder eine Nachtwanderung unternehmt.

Was gefällt: Sowohl die Wärmebild- als auch die Infrarotkamera lassen sich spielend einfach bedienen. Die Apps und Menüs hierzu sind weitestgehend selbst erklärend und eingängig gestaltet. Nur ein paar Übersetzungsfehler trüben den Eindruck – beispielsweise wird “Abbrechen” permanent mit “Abschaffen” übersetzt.

Was steckt sonst so im AGM Glory G1S?

Abseits von Wärmebild- und Infrarotkamera sowie Laserpointer bietet das Glory G1S gemessen am Preis eher “Magerkost”. So fungiert als Antrieb der Qualcomm-Chip Snapdragon 480, der üblicherweise in Geräten zum Einsatz kommt, die ein Drittel des Preises des AGM-Handys kosten – etwa dem von uns ebenfalls getesteten Oppo A54.

Prozessor und Speicher

Als Gaming-Handy taugt das Glory G1S also nur bedingt und auch bei alltäglichen Aufgaben macht sich manchmal der schwache Prozessor bemerkbar – etwa bei der Verarbeitung von Fotos im Nachtmodus. Hier genehmigt sich das Glory G1S mal ein paar Sekunden Bedenkzeit. Surfen im Netz, Nachrichten schreiben und durch die Menüs scrollen verläuft hingegen flüssig. Und immerhin ist der verbaute Chip 5G-fähig. Bei Outdoor-Handys bisher eher noch eine Ausnahme.

AGM verkauft das Glory G1S nur in einer Speicherausführung. Diese beinhaltet 8 Gigabyte Arbeits- und 128 Gigabyte Gerätespeicher, von dem euch ab Werk circa 106 Gigabyte zur Verfügung stehen. Die Kapazität sollte aus unsere Sicht für Otto-Normalverbraucher reichen. Bei Bedarf kann der Speicher auch per microSD-Karte erweitert werden. Dann müsst ihr aber auf die Möglichkeit eine zweite SIM-Karte einzulegen verzichten.

Display

Als Bildschirm fungiert ein LCD-Panel mit einer Bilddiagonale von 6,53 Zoll und einer Auflösung von 2.3480 x 1.080 Pixel (Full

HD+). Die Darstellung ist scharf und die Farben leuchtend, wenn auch nicht so stark wie bei einem OLED-Panel. Die Blickwinkel fallen im Vergleich zu aktuellen Mittelklasse-Handys klein aus. Die Bildwiederholrate liegt bei maximal 60 Hertz.

Das Display des AGM Glory G1S könnte heller sein. Nicht immer lässt es sich im Freien perfekt ablesen.
Das Display des AGM Glory G1S könnte heller sein. Nicht immer lässt es sich im Freien perfekt ablesen. (Quelle: netzwelt)

Zudem besitzt das Panel nur eine durchschnittliche Leuchtkraft, was die Ablesbarkeit im Freien an einem sonnigen Tag schmälern kann. Wer frontal auf das Handy blickt, sollte dennoch was erkennen können.

Kamera

Neben Infrarot- und Wärmekamera verbaut AGM im Glory G1S eine 48-Megapixel-Kamera. Als Sensor fungiert hier der Sony IMX582, der unter anderem auch in Samsungs beliebtem Mittelklasse-Handy Galaxy A33 zum Einsatz kommt. Dennoch ist die Bildqualität eher enttäuschend.

Bei Tageslicht entstehen zwar brauchbare Aufnahmen, doch Detailgrad und Dynamikumfang könnten hier besser sein. Bei Nacht könnt ihr das Glory G1S direkt in der Tasche lassen – egal ob mit oder ohne Nachtmodus macht die Hauptkamera hier nur weitestgehend dunkle und verwaschene Aufnahmen. Als weiteres Objektiv gibt es noch eine 2-Megapixel-Makrokamera, wir hätten uns hier eher eine Ultraweitwinkel-Kamera gewünscht. Die Selfie-Kamera löst mit 16 Megapixeln auf.

Akku

Mit 5.500 Milliamperstunden bietet der Energiespeicher des Glory G1S genug Reserven für einen Outdoor-Trip. Je nach Nutzungsintensität sind Laufzeiten von bis zu 3 Tagen durchaus möglich. Geladen wird per USB-C-Kabel mit maximal 18 Watt oder über die Pogo-Pins auf der Rückseite mit bis zu 10 Watt. Hierfür benötigt ihr aber eine separat erhältliche Ladestation. Diese kostet knapp 50 Euro.

Hinweis

Wir würden euch raten, das Charging Dock zu kaufen. Denn AGM schützt die Anschlüsse des Glory G1S mit Kappen. Je öfters diese geöffnet und geschlossen werden, desto mehr besteht die Gefahr, dass sie ausleiern. Darunter leidet dann der Wasserschutz des Handys.

Aufgrund der hohen Kapazität und der eher vergleichsweise geringen Ladegeschwindigkeit müsst ihr mit einer Ladezeit von mehreren Stunden rechnen. Wireless Charging unterstützt das Modell nicht.

Software

Als Betriebssystem fungiert ein weitestgehend unverändertes und inzwischen leicht angestaubtes Android 11 auf unserem Testgerät. Angaben zum Sicherheitspatch konnten wir in den Einstellungen nicht finden. Ob es ein Update auf Android 12, das auf anderen AGM-Telefonen bereits zum Einsatz kommt geben wird, ist nicht bekannt.

Das ist uns sonst noch aufgefallen

  • Entsperrt werden kann das Handy unter anderem über einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite, der im Test zuverlässig aber etwas bedächtig arbeitete.
  • Es gibt eine programmierbare Taste an der linken Gehäuseseite. Diese könnt ihr mit sechs vordefinierten Optionen (etwa Kamera oder Laser-Pointer) belegen.
  • Die Wärmebildkamera auf der Rückseite kann auch als Spiegel fungieren.

Alternativen

Wer ein Outdoor-Handy für den professionellen Einsatz sucht, kann auch zum CAT S62 Pro greifen. Dieses weist für rund 600 Euro auch eine Wärmebildkamera auf. Verzichten müsst ihr hier aber unter anderem auf 5G, den Nachtsichtmodus und den Laserpointer.

Zudem bietet das Unternehmen Flir ansteckbare Wärmebildkameras für Android-Handys und das iPhone an. Die Preise dafür beginnen bei 375 Euro. Das zeigt, dass der von AGM angesetzte Preis durchaus als gerechtfertigt angesehen werden kann.

AGM Glory G1S

AGM Glory G1S Redaktionswertung 6,8 Leserwertung

Noch keine Bewertungen

Design und Verarbeitung

7,0

Ausstattung und Bedienung

7,0

Kamera und Multimedia

4,0

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Sagt euch nicht zu? Ihr sucht nach passenden Alternativen? Eine umfangreiche Liste an AGM Glory G1S-Alternativen halten wir für euch in unserer Smartphone-Übersicht bereit.

AGM Glory G1S: Datenblatt

Hier findet ihr die technischen Daten zu AGM Glory G1S. Größe, Gewicht und andere Eigenschaften könnt ihr so problemlos mit anderen Produkten vergleichen.

Prozessor Qualcomm Snapdragon 480
GPU Qualcomm Adreno 619
RAM 8 GB
Akku-Kapazität 5500 mAh
Schnellladen ✘ Nein
Austauschbar ✘ Nein
Wireless Charging ✘ Nein
Reverse Charging ✘ Nein
Gerätespeicher 128 GB
Erweiterbarer Speicher microSD, microSDHC, microSDXC
Hauptkamera (Rückseite) 48 MP
Hauptkamera-Auflösung 8000 x 6000 Pixel
Videoaufnahme 1920 x 1080 Pixel
Brennweite 25,5 mm
Zweiter Bildsensor 20 MP
Dritter Bildsensor 2 MP
Vierter Bildsensor 0 MP
Autofokus ✔ Ja
Digitaler Zoom ✔ Ja
Blitzlicht LED
Höhe 174,8 mm
Breite 84,2 mm
Tiefe 17,5 mm
Gewicht 370 g
Display-Auflösung 1080 x 2340 Pixel
Display-Diagonale 6,53 Zoll
Display-Pixeldichte 395 ppi
Display-Typ IPS
SIM-/ Speicher-Karten-Format, Anzahl der Slots Nano-SIM (4FF – Fourth Form Factor-Karte, seit 2012, 12.30 x 8.80 x 0.67 mm), Nano-SIM / microSD
Dual-SIM ✔ Ja
Bluetooth 5.0
WiFi 802.11a (IEEE 802.11a-1999), 802.11b (IEEE 802.11b-1999), 802.11g (IEEE 802.11g-2003), 802.11n (IEEE 802.11n-2009), 802.11n 5GHz, 802.11ac (IEEE 802.11ac), Dual band, Wi-Fi Hotspot, Wi-Fi Direct, Wi-Fi Display
LTE LTE-FDD 700 (B12), LTE-FDD 700 (B13), LTE-FDD 700 (B17), LTE-FDD 700 (B28), LTE-FDD 800 (B20), LTE-FDD 850 (B5), LTE-FDD 850 (B18), LTE-FDD 850 (B19), LTE-FDD 850 (B26), LTE-FDD 900 (B8), LTE-FDD 1700 (B4), LTE-FDD 1700 (B66), LTE-FDD 1800 (B3), LTE-FDD 1
5G ✘ Nein
GPRS ✔ Ja
HSDPA 21 Mbit
HSUPA 21 Mbit
EDGE ✔ Ja
GSM 850 (B5), 900 (B8), 1800 (B3), 1900 (B2) MHz
IrDA ✘ Nein
USB USB Type-C
Kopfhöreranschluss ✔ Ja
Fingerabdruckscanner ✔ Ja
NFC ✔ Ja
GPS ✔ Ja
Glonass ✔ Ja
BeiDou ✔ Ja
Kompass ✔ Ja
Radio ✔ Ja
Beschleunigungssensor ✔ Ja
Näherungssensor ✔ Ja
Umgebungslichtsensor ✔ Ja
SAR-Wert Körper 1,324 W/Kg
SAR-Wert Kopf 1,127 W/Kg

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